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Zuletzt aktualisiert am
14.02.2007

 

 

Zur Erinnerung an unseren guten Freund
Franz Gesierich

 

 

Franz Gesierich ergriff als erster die Initiative für ein reelles Treffen der bis dahin lediglich virtuellen Weinfreunde Stuttgarts innerhalb des Weinportals 'www.Wein-Plus.de'. Als solcher war er der eigentliche Gründer unseres 'Stuttgarter Weinlebens'.
Franz war nicht nur ein genialer Verkoster, sondern kristallisierte sich in unserer Runde schnell als Liebhaber alter Schätzchen heraus. Franz haben wir eine Fülle von Petrolaromen in uralten Rieslingen zu verdanken. Immer wieder überraschte er seine Weinfreunde mit Entdeckungen. Wir durften teilhaben an solchen wunderbaren Weinerlebnissen wie dem 86er 'La Chapelle' von Jaboulet-Ainé oder dem mittlerweile schon sagenumwobenen 34er Pommard. Wie rief Franz doch damals in die Runde? "Leit, drenkat schnell. Der schtirbt!"

Im Frühjahr des Jahres 2003 kam er von einer Geschäftsreise nicht mehr zurück. Ein nächtlicher Autounfall auf der Autobahn beendete viel zu früh sein noch so junges Leben! Franz hinterließ seine Frau Sunny und  die einjährige Tochter Jasmin.

Wir sprechen oft von unserem Franz, weil wir eben oft an ihn denken und weil wir ihn vermissen. Franz, der 'tubaman', war ein uriger Typ, ein guter Kerl, den jeder, der ihn kennenlernen durfte, einfach in sein Herz schließen mußte.

Unser Franz wird immer ein Teil unseres Weinlebens bleiben!

 

 

Auf das Trinkglas eines verstorbenen Freundes

„Du herrlich Glas, nun stehst du leer,
Glas, das er oft mit Lust gehoben,
Die Spinne hat rings um dich her
Indes den düstern Flor gewoben.
Jetzt sollst du mir gefüllet sein,
Mondhell mit Gold der deutschen Reben.
In deiner Tiefe heil’gen Schein
Schau ich hinaus mit frommem Beben.
Was ich erschau in deinem Grund,
Ist nicht Gewöhnlichen zu nennen,
Doch wird mir klar zu dieser Stund,
Wie nichts den Freund vom Freund kann trennen.
Auf diesem Glauben, Glas so hold,
Trink ich dich aus mit hohem Mute.
Klar spiegelt sich der Sterne Gold,
Pokal in deinem teuren Blute.
Still geht der Mond das Tal entlang.
Ernst tönt die mitternächt’ge Stunde,
Leer steht das Glas.
In dem kristallnen Grunde."

Justinus Kerner